Veröffentlichungsdatum Geschrieben von Simon
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Mein Ablass besteht aus vier zeitgleich ausgeführten Bewegungen. Um sie auszuführen muss man die nötigen Muskeln vor dem Ablass anspannen, damit sie beim Lösen der Bogensehne zeitgleich ausgeführt werden. Dies macht man nicht auf Zuruf, sondern mit Vorspannung der eigenen Sehnen. Das freigeben der Bogensehne sorgt dann dafür, dass die Gegenkraft vom Bogen gegenüber der Kraft des Körpers fehlt. So bewegen dann die eigenen Muskeln den Körper, statt den Bogen weiter gespannt zu halten. Nur so ist es anscheinend möglich, diese Bewegungen früh genug auszuführen. Wenn der Pfeil weg ist, bevor man damit anfängt bringen diese Bewegungen natürlich nichts.

 

Die vier Bewegungen sind folgende:

 

Pfeilrichtungen der Bewegungen beim Ablass

 

  1. Die Bogenhand kippt den Bogen nach vorne. Dies geschieht aus dem Handgelenk.
  2. Der Rückenmuskel zieht den Bogenarm, und damit den Bogengriff, aus der Schussbahn nach links, was mit einem entspannten Handgelenk eine Art Drehung des Bogens hervorruft. (geändert im 07.2014)
  3. Die Sehnenhand wird gegen den Uhrzeigersinn eingedreht. Mit dem Daumen und Zeigefinger wird die Sehne über und unter dem Pfeil verschoben. Dabei darf man nicht den Pfeil an den Bogengriff quetschen.
  4. Der Ellenbogen der Zughand wird aus dem Rückenmuskel (in Zugrichtung) grade nach hinten gestoßen.

Zum Freigeben der Bogensehne werden Daumen und Zeigefinger der Zughand gestreckt.

 

Und weil das so schön viel auf einmal war, hier noch ein Video, wie es Adam Swoboda macht. Er ist sehr erfolgreich mit genau dieser Technik. Stephan bekam sie von ihm in Polen gezeigt und teilte dieses Wissen dann mit mir. (link geht zu Youtube)

 

Es ist nicht so wichtig, die Haltung von mir zu kopieren, sondern essentiell, diese Bewegungen auszuführen. Immitiert man die Haltung und Bewegung des Bogens, wird es nichts, macht man die Bewegungen richtig, kommt die Haltung von der Bogenbewegung von alleine. Diese Bewegungen macht nicht, um toll auszusehen, sondern um den Pfeil gerade aus dem Bogen zu bekommen.

Wenn man 1. und 2. mit einem entspannten Handgelenk ausführt, und beides in einem harmonischen Verhältniss, dann "dreht" sich der Bogen genau so weit nach links, wie er nach vorne kippt. Ich mache das so intensiv, bis die Bogensehne eine gerade Linie auf Unterarmhöhe ins Ziel bildet. Dies auch zu erreichen ist nicht wichtig, sondern der gute Pfeilflug. Je besser man dies umgesetzt bekommt, desto leiser wird der Abschuss und desto gerader wird der Pfeilflug.

Ich selbst möchte maximale Pfeilgeschwindigkeit gleichzeitig mit Präzision. Daher ist mein Kompromiss diese beiden Bewegungen so kraftvoll wie möglich auszuführen. Dies muss nicht dein Weg werden, bedenke nur, dass dies ein Kompromiss ist und mach dir am Besten deine eigenen Gedanken darüber.

3 und 4 kommen aus der Rückenspannung und dem "Twist". Der "Twist" ist eine Verdrehung der Bogensehne mit der Bogenhand gegen den Uhrzeigersinn (für LH-Schützen mit dem Uhrzeigersinn). Dabei drückt das körperinnerste Zeigefingergelenk die Sehne zum Gesicht und der Daumen es weg vom Gesicht. Dazu kombiniert sich das nach hinten Stoßen des Zugarms, was dann im Endeffekt so aussehen kann, dass Daumen und Zeigefinger einen "Halbmond" hinter dem Ohr bilden. Auch hier ist es wichtiger, dass man die Sehne sauber loslässt.

Zu Anfang ist es sicher besser, einfach alle Finger gleichzeitig zu entspannen, die Zughand nicht zu drehen, aber achte bitte darauf, dass du gerade nach hinten löst. Ein Einsacken, oder Verreißen der Zughand macht konstantes Bogenschießen fast unmöglich. Auch ist dieses "erstmal alle Finger gleichzeitig entspannen" eine Übergangslösung, bis die Bogenhand macht, was sie soll! Die Bogenhand ist viel wichtiger, danach kommt der Twist.

 (Mein Ellenbogen der Zughand könnte etwas höher bleiben. Momentan habe ich noch andere Trainingsziele, als diesen Punkt. Stand 03/2014)

 

Simon