Veröffentlichungsdatum Geschrieben von Stephan
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Das Video zu dem von mir praktizierten Twist:

 

 

 

Stephan

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Feb
21
2014
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Seit ca sechs Jahren praktiziere ich nun die Daumentechnik.

 

Ich begann nur mit dem Wissen, dass ich die Sehne mit dem Daumen ziehen muss, der Pfeil auf der anderen Seite aufliegt und mit dem Erwerb eines türkischen Grozer TRH Bogen, der viel zu viel Zuggewicht hatte, nämlich 52#@28".

Aus meiner jetzigen Sicht 12# zu viel.

 

Wie es sich herausstellte, handelte ich mir mit dem zu hohen Zuggewicht und dem eklatanten Wissensmangel viele Fehler ein, die ich nur mühsam wieder abstellen konnte.
Ich bastelte viel an Pfeilen herum, weil ich hier einen Fehler vermutete, doch war ich komplett auf der falschen Baustelle, denn bei richtiger Technik tritt das Pfeiltuning in den Hintergund.

Stimmt hingegen die Schießtechnik so werden perfekt gemachte Pfeile sich dynamisch integrieren, um noch eine flachere Pfeilflug zu realisieren. Bei schlechter Technik ist das Pfeiltunig relativ zu vernachlässigen. Einzig der Spine und das Gewicht sollten in einem Pfeilsatz gleich sein. Der Spine sollte eher steif als zu weich sein.

 

Als ich mich dann vom Pfeiltuning abwendete, kam meine Schießtechnik in den Fokus. Da ich mich von Beginn an dem osmanischen Weg verschrieben hatte, aber über keinerlei Zugang zu historischen Quellen verfügte, suchte ich alternative Quellen im traditionellen Bereich. In diesem Zuge dieser Suche kam ich zu Fred G. Aspell und seinen Büchern "Instinktives Schießen 1+2". Zwar konnte ich damit die größten Lücken in meiner Technik aus dem Leistungsaspekt heraus schließen, doch war mir klar, dass das keine Lösung für mich auf dem osmanischen Weg ist.

 

Parallel kam ich nach langer Suche über das "Institut für Geschichte der Arabisch-Islamischen Wissenschaften" in Frankfurt a.M. , in den Besitz des Buches von Joachim Hein - "Bogenhandwerk und Bogensport bei den Osmanen" Durch dieses Buch konnte ich wiederum einige Lücken schließen, doch ein Großteil bleib noch offen.

 

Die Erleuchtung erlangte ich dann vor drei Jahren durch ein Kopie des Mamluk-Kipchak in der Übersetzung von Dr. Oztopcu. Diese Werk war für mich der Quantensprung und die Schließung der größten Lücken.

 

Doch blieb eine Problematik: Mein Pfeilflug war immer noch nicht perfekt. Die Pfeile touchierten immer noch leicht den Bogengriff. Vor 1,5 Jahren kam dann das Buch von Adam Swoboda - "The art of shooting a short reflexed bow" heraus. Nach dem Mamluk Kipchak das Werk für den orientalisch angehauchten Bogenschützen - quasi Pflichtlektüre mit dem Mamluk-Kipchak. Nach dieser Lektüre war ich zwar bedeutend schlauer und konnte mein grundlegende Schießtechnik verbessern und stabilisieren, doch war mein Pfeilflug immer noch nicht ganz perfekt.

 

Das sollte sich erst ändern mit einem Turnierbesuch in Toszek (Polen) an dem auch Adam Swoboda teilnahm. Wir konnten uns am Abend sehr gut austauschen, speziell über die Arbeit des Bogenarms und der Bogenhand. In den folgenden Tage reflektierte Adam eingehend meinen „Bowhunter-Style“. Und ja, wir konnten den Fehler im System finden. 

 

Die fehlende Armrotation, das nicht-gestreckte Handgelenk und der falsche Griff am Bogen war das Problem. Der persönliche Austausch und dessen Qualität, geht dann eben doch stark über die historischen Quellen hinaus und befähigt uns die Texte neu zu verstehen.

Nun wurde mein Pfeilflug perfekt, wenn ich alles richtig machte.

 

Diese elementare Technik die ich von Adam gelernt habe, nenne ich folgend die Kipp-Drehbewegung, die im Mamluk-Kipchak als Hatra benannt ist.

 

Jetzt kann ich ohne Bauchschmerzen behaupten, dass ich mamlukisch/osmanisch Bogen schieße.

 

Meinen mamlukischen/osmanischen Stil werde ich euch nun, unterteilt in Videos und beigefügten ausführlichen Beschreibungen, vorstellen.

 

Doch ich warne: Es ist keine Schießtechnik um das Bogenschießen zu erleichtern.

Und zu guter Letzt:

Der von mir vorgestellte Stil ist immer "mein" Stil und ist meiner Physiologie (1,78m Körpergröße) geschuldet.

Falls ihr eher eine kleine Statur habt oder ein langes Elend seit wie Simon, so ändern sich dementsprechend die einzelnen Elemente des Bogengriffs, des Standes und der Zughand.

 

Ihr könnt mir diesbezüglich jede denkbare Frage stellen

 

 Für Anregungen bin ich immer dankbar.

 

Gruß

Stephan

 

 

 

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Das Video zu der von mir praktizierten Kipp-Drehbewegung:

 

 

Stephan

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Das Video zu dem von mir praktiziertem Ablass:

 

 

 

Stephan

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Es gibt viele Diskussionen wie der Schütze am besten zu Zielen hat, gerade wenn das Stichwort "System" fällt, ist meist auch alle Romantik dahin.

Ich perönlich bin der Meinung das ein Großteil der traditionellen Schützen mit einem System schießen.

Meist ist es ihnen wohl nicht bewusst oder sie agieren aus einer Unwissenheit heraus.

 

Ich selbst bin ein bekennender System-Schütze.

 

Im Folgenden beschreibe ich euch wie ich ziele:

Unter 15m Meter schieße ich am besten, wenn ich komplett intuitiv schieße. Mich also nur auf den Zielpunkt konzentriere und alle anderen Dinge die mein Gesichtfeld berrühren, wie etwa Bogen oder Pfeilspitze, komplett ausblende.

 

Ab ca 15m schätze ich die Entfernung gefühlt ab. Das passiert weniger in Meterangaben, sondern eher auf einer gefühlten Schätzung. Während dem Ankern fließt dieses Gefühl ganz bewusst in meinen Zielvorgang mit ein.

Ich beginne rein intuitiv bis ich den Anker erreicht habe. Ab da an bis zum Twist, nehme ich die Pfeilspitze bewusst wahr und setze sie in die passende Relation zu dem Zielpunkt. Je weiter der Zielpunkt entfernt ist, desto näher rückt die Pfeilspitze zum Ziel bzw ragt sie ab ca 60m (mein Bogensetup) über das Ziel hinaus.

Nach diesem bewussten Überprüfen der Pfeilspitze konzentriere ich mich wieder voll auf den Zielpunkt und schließe meinen Schußablauf ab.

 

Um es zu verdeutlichen:

 

Diese Art zu Zielen ist auch als Split-Vision bekannt und ist im Mamluk-Kipchak ebenfalls ähnlich beschrieben.

 

Stephan

 

 

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